Literaturwissenschaft

Arbeitsfeld Literaturwissenschaft

Studium und Promotion bei Herbert Anton in Düsseldorf, Veranstaltungen u. a. bei Gerhard Kurz (jetzt Gießen), Manfred Frank (jetzt Tübingen) und Jochen Hörisch (jetzt Mannheim). Zwischen 1995 und 2001 wiss. Hilfskraft und dann wiss. Angestellter in der Germanistischen Abteilung der Heinrich-Heine-Universität. Die Tätigkeiten habe ich jeweils in Teilzeit ausgeübt, da ich parallel am IIK gearbeitet habe.

Mein grundlegendes literarisches Interesse lag früh bei ideologiekritischen Autoren - Hölderlin, Kafka und vor allem Nietzsche waren meine Lieblingsautoren, die sich immer im Grenzgebiet zwischen Philosophie und Literatur bewegt haben.

Daraus und vor allem den Anregungen von Herbert Anton, Manfred Frank und Gertrude Cepl-Kaufmann verdankt sich mein Interesse an der Frühromantik und dem Frühexpressionismus mit seinen revoltierenden Literatur- und Gesellschaftskonzepten.

Besonders Carl Einstein hat mein nachdrückliches Interesse geweckt. Mit seinem Avantgarde-Roman "Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders" hat er vor dem ersten Weltkrieg große Erfolge in der literarischen Szene des zu Ende gehenden wilhelminischen Reiches gefeiert, kurz vor dem ersten Weltkrieg hat er als erster Europäer die eigenständige künstlerische Relevanz der afrikanischen Plastik entdeckt und in der konfrontativen Schrift "Negerplastik" dokumentiert. Nach dem ersten Weltkrieg hat er vor allem als Kunstkritiker große Erfolge in Deutschland und Frankreich gefeiert. Mit Arp und dem jungen Beckett hat er in den frühen dreißiger Jahren avantgardistische Pamphlete veröffentlicht, mit Pablo Picasso, Juan Gris und Georges Braque verband ihn seit 1906 eine enge Freundschaft - ein Teil seines literarischen und kunsttheoretischen Nachlasses wurde von der Witwe von Braque in Paris verwaltet. Ein anderer Teil lagerte in Spanien und ein dritter Teil in Berlin.

Carl Einstein ist bereits 1928 nach Frankreich emigriert, weil ihm Deutschland ein "Land für Naturwissenschaft und Technik ist, aber als Schriftsteller stirbt man an Langeweile". Ein deutscher Europäer und Jude - 1943 nimmt er sich nach der Teilnahme am Krieg gegen Franco auf der Seite der Syndikalisten und seiner darauffolgenden Flucht zurück nach Frankreich das Leben.

In der deutschen Nachkriegsgermanistik ist Carl Einstein erstmal durch alle Raster gefallen: in der Emigrationsliteratur tauchte er nicht auf, weil er zu früh, bereits 1928 emigriert war. Und als jüdischer Schriftsteller hatte er im Deutschland der 50er und frühen 60er Jahre auch keine Loorbeeren zu ernten. So hat ihn erst 1969 mit einer Monographie die Göttinger Germanistin Sybille Penkert dem Vergessen wieder entrissen.

Veröffentlichungen Literaturwissenschaft:

  • Mythische Einsamkeit. Carl Einsteins Hölderlin-Rezeption. In: W. G. Busse/O. Templin (Hg.): Der einsame Held. Tübingen 2000: A. Francke Verlag. S. 173 - 190.
  • Carl Einstein - Kunst zwischen Schöpfung und Vernichtung (= Diss. phil. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 1990). Frankfurt am Main: Lang Verlag. 1992.